Am 14. November 2014 fand das Cäcilienkonzert - Eine Reise durch die Welt der Blasmusik  - stattKonzert2014 1

Beschwingte Reise durch die Welt der Blasmusik Trachtenkapelle Feldkirchen begeisterte mit ihrem Cäcilienkonzert in der Sporthalle Mitterfelden

MITTERFELDEN (schl) – Zu den Höhepunkten des musikalischen Jahres und heuer noch dazu als krönender Abschluss des 65. Geburtstags-Jubiläums der Trachtenkapelle Feldkirchen gehört das traditionelle Cäcilienkonzert. 250 Besucher, darunter viele auf der Tribüne, erlebten in der bestuhlten Sporthalle Mitterfelden eine beschwingte Reise durch die Welt der Blasmusik. Das mit Fahnen, ältere Instrumente und Blumenschmuck dekorierte Podium fasste die allesamt in bodenständiger Tracht gekleideten 37 Musikantinnen und Musikanten unter dem eleganten wie kraftvollem Dirigat von Kristian Aleksic. Maria Leukert und Eva Kern, in Doppelfunktion als hübsche Klarinettistinnen wie ebenso wortgewandte Programm-Moderatorinnen, meisterten ihre Auftritte hervorragend mit der richtigen Mixtur aus Humor und Information. Die von Trompeten dominierte Jubiläumsfanfare, auch „Golden Jubilee Fanfare“ genannt, bildete den mächtigen Auftakt und war von der Feldkirchner Trachtenkapelle zugleich eine Hommage an den Niederländer Kees Vlak, der seit 50 Jahren komponiert und heuer seine goldene Hochzeit feierte.

Im Anschluss entbot Gerhard Kern, Vereinsvorstand der Trachtenkapelle, dem Publikum, darunter eine Reihe von Ehrengästen, einen herzlichen Willkommensgruß. Besonders freute er sich über den zahlreichen Besuch, die von Burgi und Eva Kern geschaffene augenfällige Dekoration und der kostenlos zur Verfügung gestellten Blumenpracht einer Gärtnerei aus Ainring. Seine Gratulation galt dem Schlagzeuger Hubert Öllerer, der am Konzerttag zugleich seinen 27. Geburtstag gleich selbst „eintrommeln“ konnte und dem spontan aus den Reihen der Trompeter ein Ständchen intoniert wurde. „Folies Bergére“ betitelt sich der preußische Marsch von Paul Linke, ehe im Gegensatz dazu der besonders von Tenorhörner beherrschte beschwingte Walzer „Abschiedsgedanken“ von Josef Panos zum Vortrag gelangte. Very Rickenbacher hatte für seine Schweizer Blaskapelle „Rigispatzen“zu deren 50. Jubiläum die Polka „Ein halbes Jahrhundert“ komponiert. Inzwischen ist die Konzertpolka ein richtiger Publikumsliebling geworden und wird landauf und landab zu allen möglichen Gelegenheiten gespielt, wie eben auch an diesem Abend in der Mitterfeldener Sporthalle.

Konzert2014 3 

Hubert Öllerer feiert seinen 27, Geburtstag - in der MItte Dirigent Kristian Aleksic und rechts, Martin Datz, der die Kreuzbandl-Polka komponiert hat.

Die zweite Polka an diesem Abend sollte ein lokaler Hit sein, dessen Entstehungsgeschichte darauf beruhte, dass Kapellenmitglied und Trompeter Martin Datz – unterem anderem für einige Zeit musikalischer Leiter der Kapelle – sich letzten Winter beim Ski-Tourengehen das Kreuzband gerissen hatte. Weil er nun freilich ungewollt mehr Freizeit und einen musikalischen Blitzeinfall hatte, pfiff er in sein Handy eine Melodie, brachte diese dann auf Noten und Martins Spezl Wasti Höglauer junior arrangierte das Stück, das zur Premiere sinnigerweise als „Kreizbandl Polka“ vorgestellt wurde. Anhaltender Beifall verdeutlichte, dass dem Publikum die flotte Inszenierung gefiel. Geradezu pompös eingeleitet wird aus den Werken von Franz Lehar dessen betitelte „Ballsirenen“, verschiedene Walzermelodien aus der Operette „Die lustige Witwe“ beinhaltend. Es ist Lehars erfolgreichste und bekannteste Operette, uraufgeführt am 30. Dezember 1905 am Theater an der Wien in Wien. „Da geh ich zu Maxim“, "Es waren zwei Königskinder“ und „Oh kommet doch ihr Ballsirenen“ waren nur einige der feurigen und gleichermaßen beschwingten Dreiviertel-Takt-Melodien, die den Besuchern feinfühlig und originalgetreu vorgetragen wurden. Das mediterrane Klima von Toskana und die reizvolle Landschaft Oberitaliens inspirierte im Dezember 1907 den Komponisten Julius Fucik zu einem Werk „La Rosa die Toscana“, das dann kurz drauf vermutlich wegen politischer Erwägungen auf „Florentiner Marsch“ umbenannt wurde und heute als Idealmodell der Marschkunst einer der meist gespielten Märsche überhaupt ist und vor der viertelstündigen Pause den Abschluss bildete. 

In den zweiten Programmteil startete das Feldkirchner Ensemble, besetzt mit jungen aber ebenso fast schon als Pioniere zu bezeichnenden Interpreten, mit der „Montana Fanfare“, das Thomas Doss, ein abwechslungsreiches Werk des Blasmusikkomponisten mit phantastischen musikalischen Eigenschaften. Auf die Polka „Vajnorsá“ (Musikantentraum“) von Karol Padivy bewiesen die Feldkirchner, dass sie auf ihrer weltweiten Tonreise auch auf hohem Niveau moderne Glanzpunkte setzen können. Beim Potpourri „Italo Pop Classics“, arrangiert von Erwin Jahreis bestimmten anfangs Posaunen die Szenerie und bei „New York, New York“ waren die Trompeten-Solisten gefordert. Rhythmisch mitwippende Füße der Besucher zeigte auf, dass der temperamentvolle Vortrag sichtbar bis in die Sitzreihen überschwappte. Langsam neigte sich das Programm dem Ende entgegen. Nach den zwei moderneren Stücke wechselte man zurück in traditionelle Blasmusik mit einer Polka von Timo Dellweg, benannt „Auf der Pfingstwiese“ und als offizielles Schlussstück „Der Falkenauer“, ein spritziger Marsch von Ernst Mosch. Freilich ließ man die Trachtenmusikkapelle nicht ohne Zugaben von der Bühne, die auch gerne gewährt wurden mit den draufpackenden finalen „Wir sind Kinder von der Eger“ sowie „Alt Stahemberg Marsch“, bei dem alle Anwesenden zu einem Schlussakkord rhythmisch mitklatschten. Sowohl Dirigent Kristian Aleksic wie Vorstand Gerhard Kern fanden abschließend Worte des Lobes und Dankes an die Akteure für deren herzerfrischendes Spiel, das viele gemeinsame Proben für ein Gelingen voraussetzte, wie an die Zuhörer für herzlichen Applaus. Dank galt auch der Gemeinde für die Überlassung der Sporthalle und den beiden Moderatorinnen Eva Kern und Maria Leukert, denen jeweils ein kleines süßes Präsent überreicht wurde. Auch als die Kapelle ihre Bühne verlassen hatte, gab`s seitens der Besuchern immer wieder Schulterklopfen und Händeschütteln für die hervorragenden musikalischen Darbietungen.

Eva-Maria Kern und Maria Leukert durchs Programm - in der Mitte 1. Vorstand Gerhard Kern

Konzert2014 2

 

Additional information